Montag, 11. Mai 2009

Der zehnte Tag


Die Maid, so kess, aus Inverness,
Nicht Lust noch Freude sie mehr find't
Von spät bis früh weint sie statt dess',
Und Tränensalz macht's Aug' ihr blind:


„Drumossie Moor, Drumossie's Tag -
Ein Schmerzentag war das für mich!
Denn da verlor den Vater, wert.
Mein Vater und drei Brüder ich.


Ihr Leichentuch, der blut'ge Sand.
Ihr Grab ist grün umwachsen, seht,
Und nahbei ruht der liebste Schatz,
den je ein Frauenaug' erspät.


Nun Pein für dich, du rüder Lord,
Was bist du für ein blut'ger Mann;
Denn manch ein Herz hast du zerstört,
Das nie dir was zu Leid getan!“
So wie in diesem Lied muss es auch einigen Angehörigen vom Clan Cameron ergangen sein, denn auch sie kämpften auf der Seite von Bonnie Prince Charlie für die Unabhängigkeit Schottlands, gegen die Truppen des Herzogs von Cumberland, genannt „The Butcher“.

„Nachdem die Schlacht verloren ging, verlor auch der Clan Cameron sein Hab und Gut und musste es später wieder zurückkaufen“ weiss die nette Museumsleiterin zu berichten. Dabei kochte sie noch einen Kaffee – für uns Fahrradreisende, da uns nach vier Meilen Anfahrt im Regen doch recht kühl war. Auch wieder eine besondere Art uns die schottische Gastfreundschaft zu zeigen.

Das Museum selbst ist sehr interessant, wenn man sich nur etwas für die schottische Geschichte und das „Clanwesen“ interessiert.

Auf einen Tipp der Museumsleiterin geht es hiernach noch zu einem interessanten Moos- und Waldumsäumten Wasserfall an dem Szenen des Films „Rob Roy“ gedreht wurden, dann weiter über das Naturschauspiel „The dark mile“, einer alten Strasse mit einer völlig vermoosten Mauer, die eigentlich „The green mile“ heissen müsste. Weiter dann zum Loch Lochy und der Gairlochy Schleuse.

Hier noch schnell ein Telefonat mit „The Eagle“, ein Pub & Restaurantschiff, welches an der Laggan Schleuse, am anderen Ende des Loch Lochy liegt, um einen Tisch für heute Abend zu reservieren.
Nach einem wirklich guten Mahl im "The Eagle" gab es noch den einen oder anderen "Absacker" in der originellen Bar des Schiffs - wer gern einen Schweizer Red & Blue Whisky in Schottland trinken möchte, bekommt ihn ab sofort auch hier im "The Eagle". Damit klang ein weiterer schöner und auch etwas regenärmerer Tag in Schottland aus.

Der neunte Tag

Heute heist es Abschied nehmen von Fort William, allerdings nicht ohne die in der Nähe liegende Ben Nevis Destille besucht zu haben. Das Wetter ist, wie auch die letzten Tage konstant - Regen, Regen, Regen.


Also rein in den nächsten Bus und hin zur Whisky Brennerei. Der Besuch war für mich etwas enttäuschend, die Destille entpuppt sich als Fabrik, der man ein Besucherzentrum angehängt hat, weil andere Destillen auch eins haben. Ein lauer Märchenfilm am Anfang, zwar lustig aber ich hätte doch gern mehr Informationen z.B. über die Entstehungsgeschichte der Destille gehört, dann eine etwas emotionslose Führung durch die Fabrikanlage und zum Schluss ein 10jähriger Ben Nevis Single Malt zum verkosten. Wirklich schade, hatte mir etwas mehr versprochen.

Also lieber wieder rauf aufs Schiff, Leinen los und schon begann die für heute kurze Fahrt, die an der Gairlochy Schleuse enden sollte. Den morgen stand das Clan Cameron Museum auf dem Programm.

Freitag, 8. Mai 2009

Der achte Tag

"An einen Haggis


GRUSS deinem Anblick, werter Schatz,
Du grosser Chef des Pudding-Staats!
Hoch über allen ist dein Platz,
Ob Bauch, ob Darm:
Wohl bist du wert' nen Segens-Satz
Lang wie mein Arm.


Wie füllst du schmurgelnd aus den Tiegel,
So hinternrund wie' n ferner Hügel,
Sein Splint könnt',notfalls, einen Flügel
'Ner Mühle stopfen,
Durch deine Por'n rinnt Saft-Gewiegel
Wie Bernsteintropfen.


Der Landsmann, seht, legt's messer bloss
Und trennt dich auf mit einem Stoss,
Dein quell'ndes Inn'res gräbt er los,
'Ner Furche gleich;
Und dann, welch Anblick, glorios,
Warm-dampfend, reich!"

Dies ist der Anfang eines alten Gedichts, das im Original "TO A HAGGIS" heisst und was kann man schon machen, bei diesem Wetter, ausser sich die "inneren" Sehenswürdigkeiten der Gegend anzuschauen, da selbst Grossbritanniens einzige Kabinenseilbahn wegen des Sturms gesperrt wurde. Also bleiben nur noch Museen und Haggis.

In der Nähe von Fort William, im Vorort Corpach, gibt es das für Edelsteinliebhaber interessante Museum "Treasures of the earth" und für die Interessierten an der schottischen Kultur und Geschichte gibt es direkt in Fort William das "West Highland Museum", welches einen guten Einblick in das Leben, vor allem der schottischen "Oberklasse" bietet.

Nach so viel Kultur wird man hungrig und in der nahe gelegenen High Street gibt es eine Menge Restaurants unter anderem das "Tavern Cafe Restaurant", dessen Koch ein leckeres Haggis mit Whiskysahnesosse zubereiten kann.

Donnerstag, 7. Mai 2009

Der siebte Tag

"Am Ausfluss des Kanals in die Meeresbucht liegt Fort William, ein fester Platz, der zu ähnlichem Zweck erbaut wurde wie Fort Augustus und hinsichtlich seiner jetzigen Bedeutung zu denselben Betrachtungen Veranlassung gibt. Der Platz ist jetzt ungleich wichtiger als Hauptstationsort der Dampfschiffart zwischen Inverness und den Häfen der Westküste als durch seine Befestigungen, die sich, im Fall einer ernsten Probe, kaum noch als solche bewähren würden."

Dauerregen im Schottenland, die Strassen von Fort William sind meist leer, wer nicht raus muss bleibt lieber daheim. Aber die Vorräte an Bord werden knapp, also auf zu Tesco dem schottischen Gegenstück zu Aldi & Co.

Bei Tesco sollte man sich auch zum Anfang der Reise eine Prepaid Karte fürs Natel bzw. Handy zulegen und um diese Berichte zu schreiben empfiehlt sich ein Kurzabo bei BT Openzone.

Da sich Fort William als Bergsteiger Zentrum Großbritanniens etablieren will findet man in vielen Outdoor Shops das richtige Regenzubehör und die kleinen Pubs der High Street laden zum aufwärmen ein.

Mittwoch, 6. Mai 2009

Der sechste Tag...

begann so wie der fünfte endete - mit Regen. Er führte vom Loch Oich, weiter durch den Kanalabschnitt mit dem Namen "Laggan Avenue". Dieser Abschnitt hat den Namen auch verdient und er hätte auch doppelt so lang sein dürfen, so wunderschön war es hier, trotz des Regens. Bäume moosbewachsen und mit ihren Ästen bis ins Wasser reichend lassen Gedanken an das Amazonasgebiet aufkommen, die Vegetation ist unglaublich. Dann folgte die Laggan Schleuse und weiter ging es über das Ceann Loch ins Loch Lochy.

"Von der Südwestspitze Loch Lochys bis zur nächsten Meeresbucht (deren der Atlantische Ozean hier unzählige bildet) ist noch eine Strecke von zehn englischen Meilen. Man passiert keinen See mehr, sondern nur die gerade schmale Strasse des Kanals, die durch eine ziemlich reizlose Landschaft läuft."

Diese Beobachtungen aus dem Jahr 1858 decken sich nicht mit den heutigen, jedenfalls nicht mit meinen. Der Kanal ist hier nicht gerade, sondern er schlängelt sich wie eine Schlange und wie ich finde, durch eine sehr abwechslungsreiche und interessante Landschaft bis zu den Treppen Neptun's.
Neptun's Staircase, die Banavie Schleuse mit ihren acht Kammern ist gleichtzeitig auch der Wendepunkt für Charterboote auf dem Caledonian Canal. Abends noch ein kleiner Besuch im nahegelegenen Pub "the Lochy", dessen Wirt mir freundlich anbot mein Laptop in seinem Pub aufzuladen. Zum Dank erhielt auch er einen unserer Red & Blue Whiskies. So ging ein weiterer wunderbarer Tag in "meinen" Highlands zu Ende.

Der fünfte Tag


"Der Kaledonische Kanal ist eine Anlage nach Art des berühmten Trollhätta-Kanals, der in ähnlicher Weise wie der letztgenannte den Bottnischen Meerbusen mit dem Kattegaat verbindet, so seinerseits die Verbindung zwischen der Nordsee und dem Atlantischen Ozean unterhält. Er ist sechzig englische Meilen lang, wovon siebenunddreissig Meilen auf natürliche Wasserstrassen (Seen und Flüsse), dreiundzwanzig aber auf den eigentlichen Kanal kommen. Ob er der Hoffnung entspricht, die man seinerzeit an ihn geknüpft hat, ist eine Frage, die ich schon an anderer Stelle verneint habe. Der ziemlich in der Mitte gelegene Loch Oich (richtiger das Platteau, auf dem er liegt) bezeichnet die Wasserscheide zwischen der Nordsee und dem Atlantischen Ozean."

...und dieser Loch Oich, der von einem 1819 geborenen Landsmann von mir so treffend beschrieben wurde, ist das heutige Tagesziel, wobei sich Schottland heute von seiner "abwechslungsreichen" Seite zeigte.

Gestern Sonne heute Dauerregen. Egal, es ging weiter Richtung Loch Oich und dem Great Glen Water Park, dem Tagesziel.
Wenn man "Flight of five", die Schleuse mit den fünf Schleusenkammern hinter sich hat, weiss man wie man sich in einer Schleuse verhalten sollte - vor allem immer die Ruhe bewahren.
Weiter ging es über den Caledonian Canal mit den Schleusen Kytra und Cullochy, dessen Schleusenwärter sich sehr über den Red & Blue" Whisky freute, in den Loch Oich.
Mit diesem kleinen idyllischem See, mit seinem pechschwarz aussehendem Wasser, ist heute das Tagesziel erreicht.

Montag, 4. Mai 2009

Der vierte Tag



Die Highlands zeigten sich von ihrer besten Seite - Sonne in Alba! Auch Loch Ness zeigte sich mit einer ruhigen See dem Reisenden wohlgesonnen. Es ging zügig voran, nur Nessie zeigte sich wieder nicht - noch nicht. Nach drei Stunden war das Tagesziel Fort Augustus am Ende des Loch Ness erreicht.

Spätestens hier trifft der Reisende unweigerlich auf Nessie - hundertfach. In pink, in grün, 10 cm gross aber auch erhältlich mit grösseren Massstäben und mit Mütze!

Wie gut dass es hier noch andere sehenswerte Dinge gibt, zum Beispiel die Abtei von Fort Augustus ist von aussen bemerkenswert, sie erinnert irgendwie an die Harry Potter Geschichten.
Oder "The Clansman Center", zwar auch sehr touristisch aber man bekommt einen guten Einblick in die, mit unter auch sehr blutige Vergangenheit der Schotten. Auch Runrig Fans kommen hier auf ihre Kosten, denn weit über 50% der im Shop erhältlichen CD's stammen von dieser in Schottland sehr populären Gruppe. Mit etwas Glück, wenn das Center schwach besucht ist, lernt man auch hier das Besondere der schottischen Gastfreundschaft kennen. Schotten nehmen sich Zeit für persönliche Gespräche, nicht irgendeine aufgesetzte Freundlichkeit, nein, es war sehr persönlich und man konnte den Eindruck gewinnen, das man einen alten Freund wiedergefunden hatte. Um so grösser war dann die Überraschung als ich ihm ein Fläschchen Red & Blue Whisky überreichte. Ungläubiges Staunen über einen Schweizer Whisky mit Schottischem Wasser.

Abends noch einen leckeres Mahl, zum ersten Mal auf dieser Reise gibt es Haggis, das Nationalgericht, einen kleinen Whisky darüber, dann rutscht er auch besser in den Magen herunter. So verging auch dieser Tag wie im Flug.