Mittwoch, 18. November 2009

14. Tag - Manchmal bin ich einfach nur zu blöd / Die Runrig Story


Ja, heute war mal wieder so ein besonderer Tag, ich hätte mir selbst in den Arsch treten können. Ich hatte mich entschlossen noch einen Tag in Lochmaddy zu bleiben und so sitze ich hier in der Bar und unterhalte mich mit Iain MacLeod, nein nicht über Whisky sondern über Musik. Es dauerte nicht lange und er fragte mich nach meiner schottischen Lieblingsband - und schon waren wir bei Runrig, wie sich herausstellte auch Iain's favorisierte Band. Verwundert schaute er mich an und fragte mich, warum ich mir kein Autogramm von Calum MacDonald habe geben lassen, er hätte doch am Montag am Tisch neben mir gesessen. Keine Ahnung wo ich am Montag mit meinen Gedanken war, aber so blind kann nur einer sein - ich.
So mache ich halt ein Foto mit Iain und ärgere mich noch den ganzen Abend. Trösten lasse ich mich dabei von seiner Tochter, beziehungsweise von ihrer Musik, den sie spielt bei den "Flying Fiddles" und die machen auch verdammt gute Musik und bei einem Song spielt auch Runrig mit.

http://www.tighdearghotel.co.uk
http://myspace.com/flyingfiddles


Dienstag, 17. November 2009

12. & 13. Tag - North Uist


Nun geht es wieder langsam Richtung Norden und ich wähle mir den Ort Lochmaddy auf North Uist zum bleiben aus. Erstaunlich wenn man hier durch die zumeist sehr flache Landschaft fährt und plötzlich auf ein ansehnliches Stück Wald trifft. Es ist ein sogenanntes Woodland Project, bei dem versucht wird die Landschaft wieder aufzuforsten. Waldgebiete findet man eigentlich ansonsten auf den Äusseren Hebriden äusserst selten. Wer in der Vergangenheit rumstöbern möchte kommt hier auch auf seine Kosten den es gibt auch hier reichlich Standing Stones, Steinkreise, Blackhouses und noch ältere "Wohnanlagen". Wenn ich da an die Jungs denke, die diese Anlage mal gebaut haben... da gönne ich mir doch heute Abend lieber ein schönes Guinness.


Sonntag, 15. November 2009

9. - 11. Tag - Drei Tage im Süden / Barra und Vatersay


Wie ich das erste Mal um Barra gefahren war, es gibt eigentlich nur diese eine Ringstrasse, dachte ich nur oh' man und hier willst du drei Tage bleiben...., den ich hatte die Insel in knapp 45 Minuten umrundet. Aber letztendlich hat es sich gelohnt, hierher zu kommen. Wie immer nette Gastgeber, diesmal mit einer reichhaltigen Bibliothek, von der ich reichlich Gebrauch nahm. Dann ein besonderer Flugplatz den man gesehen haben muss, drei Start-/Landebahnen, alle aus Sand, den der Platz liegt am Strand und der Flugplan richtet sich nach den Gezeiten.

Die Strände sind hier wirklich einmalig, da kommt schon etwas Karibikflair auf. Nur das Wasser dürfte ein paar Grad mehr haben. Es gibt hier sogar einen richtigen Wald, wenn auch klein, aber auf den Äusseren Hebriden ist schon dieses eine kleine Sensation. Morgen nun geht es langsam wieder Richtung Norden, aber ich werde mich noch etwas in Nord Uist umschauen.

Donnerstag, 12. November 2009

8. Tag - Eine Whiskyflasche aus 24.000 Kisten



Leider war sie leer und in keinem sehr gutem Zustand, aber immerhin konnte ich sie mal in die Hand nehmen. Es war 1941, als das Schiff SS Politician im Sound of Eriskay, der Meeresenge zwischen South Uist und Eriskay, auf Grund lief und sank. An Bord 24.000 Kisten Whisky, von denen die meisten offiziell nie geborgen wurden. Bei den Bewohnern von Eriskay gilt seit dem das Jahr 1941, als das Beste des zweiten Weltkriegs und als grosse Schlappe für die Zollbehörde. Die Geschichte ist sogar unter dem Titel "Whisky Galore!" verfilmt worden. Die Flasche, die ich heute in der Hand hielt, gehört der örtlichen Lounge Bar "Am Politican", in der ich auch sehr gut gegessen habe.  Heute ist die Meeresenge für Schiffe nicht mehr passierbar, da die Inseln South Uist und Eriskay seit 2001 mit einem Damm verbunden sind. Nur vor Ottern muss man sich anscheinend in acht nehmen, obwohl ich leider keinen entdecken konnte.

7. Tag - Von Harris nach Uist


Morgens um 9.20 Uhr ging es auf die Fähre, die Überfahrt dauerte bei sonnigem Wetter genau eine Stunde. Uist ist eine Inselkette, die aus den Inseln North Uist, Grimsay, Benbecula, South Uist und Eriskay besteht, aber wegen ihrer landschaftlichen Ähnlichkeit und engen Nachbarschaft unter einem Namen zusammengefasst sind. Im  Gegensatz zu Harris ist es hier weitestens  flach, die höchste Erhebung ist der Beinn Mhòr auf South Uist mit 620m über dem Meeresspiegel. Ich quartiere mich auf South Uist ein und besuche noch die Reste von Flora MacDonald's Geburtshaus. Diese Lady gehört zu den populärsten Persönlichkeiten der schottischen Geschichte, hatte sie doch Bonnie Prince Charlie nach der verlorenen Schlacht von Culloden zur Flucht verholfen.

6. Tag - Zurück zu den Schottischen Wurzeln...


...wenn man denn welche zu haben glaubt. Wer sich diese Frage stellt, der bekommt hier auf Harris im Seallam! Visitor Center in Northton, bestimmt eine Antwort. Genealogy, die Ahnenforschung ist hier das grosse Thema, es geht unter anderem um Auswanderung und die Vertreibung der sogenannten "unteren Schichten" aus Schottland. Ich selbst habe hier keine Wurzeln, aber ich konnte mir hier ein paar gute Bücher zu diesem Thema und über Clans und Tartans im allgemeinen besorgen. Die Ausstellung war so interessant, dass ich über zwei Stunden blieb und bestimmt noch einmal zurückkehren werde.

Wie auch auf Lewis, so gibt es auch hier herrliche Strände, manche davon auch mit mystischen Gegenständen, wie dem Macleod's Stone. Wozu dieser Stein und auch all die anderen Steine und Steinkreise gesetzt wurden ist nicht wirklich klar, aber vielleicht galten sie auch nicht nur einem Zweck, sondern vielen?!

5. Tag - Von Lewis nach Harris und vom Schottischen Single Malt zum Harris Tweed


Eigentlich handelt es sich bei Lewis und Harris um eine Insel, da sie aber im südlichen Bereich von einem Gebirge durchzogen ist, spricht man beim nördlichen Teil von Lewis und beim südlichen von Harris. Harris ist bekannt für seinen besonderen Stoff und ich meine hiermit weder etwas zum rauchen noch zum trinken. Nein, es geht um Harris Tweed, einem Stoff aus reiner Schurwolle. Dieses Material wurde früher in ganz Schottland hergestellt, aber mit der Industrialisierung wurden Webmaschinen eingesetzt und das Weben von Hand wurde unwirtschaftlich. Nur auf den Äusseren Hebriden, die schon damals für ihren guten Tweed bekannt waren, behielt man die alte Technik bei. So gibt es nun, wie auch beim schottischen Single Malt, gewisse Vorgaben die einzuhalten sind und im Harris Tweet Act von 1993 wie folgt definiert sind:
"Harris Tweed is cloth that has been handwowen by islanders of Lewis, Harris, Uist and Barra in their homes, using pure virgin wool that has been dyed and spun in the Outer Hebrides."
Jedes Kleidungsstück ist mit einem Echtheitszertifikat ausgestattet und trägt als Markenzeichen einen sogenannten Reichsapfel, den Orb.

Ich quartiere mich an diesem Tag bei Joy Hespin und ihrem Mann Donnie ein, er ist vom Clan MacDonald und gibt mir gleich sein Whisky Glas mit seinem Clan Abzeichen, es ist kein Nosingglas sondern ein Tumbler, mindestens daumenbreit mit seinem Lieblingsblend gefüllt. So lasse ich einen weiteren wundervollen Tag auf den Hebriden ausklingen.